Die Unfähigkeit zu trauern

Geschichte der Erinnerungskultur in Deutschland

Fr., 16.11.2012 – 19.30 Uhr @ Uni Jena, CZS 3, Hörsaal 9

Die deutsche Erinnerung an den Nationalsozialismus hat eine eigene Geschichte. Während man in den ersten Jahrzehnten der frühen Bundesrepublik vor allem mit Verschweigen und der Integration der Täter beschäftigt war und in der DDR am antifaschistischen Mythos gebaut wurde, geriet nach der Wiedervereinigung zunehmend der „ganz normalen Deutsche“ in den Blick der öffentlichen Diskussion. Gegenwärtig gilt die Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit als vorbildhaft, die „erfolgreiche Vergangenheitsbewältigung“ ist Referenzpunkt der Berliner Republik.
Der Vortrag beleuchtet den Wandel der „Erinnerungskultur“ in Deutschland und stellt wichtige Diskussionen und Wendepunkte vor.

Rainer Hirt ist Professor für Soziale Arbeit an der Fachhochschule Jena